Ethnologisches Institut an der FU besetzt

Die seit Dienstag laufende Aktionswoche gegen den Ethnologie-Zwangsumzug hat sich inzwischen zu einer Institutsbesetzung ausgeweitet. Ginge es nach der Uni-Leitung würde nächsten Montag der Umzug beginnen. Die Räume in denen sich derzeit das Institut befindet sollen dann für die so genannte “Deutsche Universität für Weiterbildung” (DUW) genutzt werden – einer public private partnership zwischen der Freien Universität und dem Klett-Verlag. Kommt alle vorbei – Drosselweg 1-3 (U-Dahlem Dorf)

Pressemitteilung / Offener Brief der Studierenden der Ethnologie an die Uni-Leitung der FU vom 16.02.2007

Seit Dienstag, den 13.02.07 besetzen wir das Ethnologische Institut. Damit reagieren wir auf die Pläne der Universitätsleitung und des Klett-Verlags, eine studiengebührenpflichtige Privatuniversität, die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW), mit öffentlichen Geldern zu gründen. Als Gebäude der DUW wurde das jetzige Institutsgebäude der Ethnologie gewählt, die trotz lange feststehender Planung kurzfristig und überraschend mit vollendeten Tatsachen konfrontiert wurde. Folgen für das Institut, trotz hoher, steigender Zahl an Neueinschreibungen und trotz erwiesen erfolgreicher Lehre und Forschung, sind Zwangsumzug in ein noch kleineres Gebäude sowie das ersatzlose Streichen von Seminarräumen und Bibliothek. Letztere wird maßgeblich in ein Magazin mit Zettelkatalog-Bestellung und zweitägiger Wartezeit überführt.
Die obrigkeitsstaatliche Informationspolitik der Universitätsleitung sowie die perfide, schleichende Ökonomisierung der Universität kritisieren wir scharf.
Ermöglicht wurde die marktwirtschaftliche Investition von Universitätsgeldern sowie die Entdemokratisierung der Universität durch die Erprobungsklausel des schwarz-roten Senats von 1997, die an der FU trotz starker Kritik von studentischer Seite 1998 angenommen wurde. Die Erprobungsklausel wurde mit dem Ziel der „Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, insbesondere der Erzielung eigener Einnahmen der Hochschule“ eingesetzt und ‘verschlankte’ die Entscheidungsstrukturen zugunsten des Präsidenten und der Dekane und zu Ungunsten studentischer Vertretung und demokratischer Mitbestimmung.

Wir fordern die Abschaffung der Erprobungsklausel, die nötige kritische Distanz von Wissenschaft und Wirtschaft, den Erhalt – zumindest die unverzügliche Digitalisierung – der ethnologischen Bibliothek, die Neubesetzungen der freistehenden und der in Kürze auslaufenden Professuren sowie, selbstverständlich, den Rücktritt Lenzens für eine demokratische, emanzipatorische Universität.

Auf unser Anliegen machen wir aufmerksam mit selbstorganisierten Seminaren, Konzerten, VoKü, Filmen und Gesprächen und laden alle interessierten PressevertreterInnen und UnterstützerInnen herzlich zu einem Besuch im Drosselweg 1-3 ein.

FSI Ethnologie und die BesetzerInnen des ethnologischen Instituts

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