Vizepräsi-Wahl ohne FSI VertreterInnen?

In einem leicht vorwurfsvollem Tonfall liest man auf dem Blog der Liberalen Hochschulgruppe über die VizepräsidentInnenwahl an der FU folgendes:

Es waren nur drei von zehn Studenten da, Martina von den Grünen, Stephan vom DEFO und ich. Jusos fehlten erneut, genauso wie diesmal alle drei gewählen Vertreter der AStA-Koalitions-Liste “FSIs/Offene Liste”. Schon bei der Wahl des Präsidenten im Februar fehlten 40% der Studentenvertreter.

Der Grund für die mangelnde Beteiligung ist einleuchtend: die Nominierung der Vizepräsidentinnen war in der letzten Sitzung bereits abgeschlossen, GegenkandidatInnen gab es nicht. Auch eine erneute inhaltliche Diskussion war nicht vorgesehen. Bereits vor der Präsidentenwahl hatte sich die Mehrheit des erweiterten Akademischen Senats geweigert, inhaltliche Wortbeiträge oder Fragen zuzulassen, weil ja bereits bei der Nominierung alles gesagt worden sei. Die Wahl beschränkte sich also auf das Abnicken von Lenzens KandidatInnen. Es gibt derzeit in diesem Gremium keine Oppositionsgruppe, die irgendeinen alternativen Kurs verfolgen würde – denn die Professorenschaft mit ihrer gesetzlich festgelegten Mehrheit folgt Lenzens Sachzwangargumenten, und die Studierendenschaft ist mit ihren 10 VertreterInnen gegenüber 31 ProfessorInnen hoffnungslos unterrepräsentiert.

Das Nichterscheinen der FSI-Vertreterinnen ist daher nicht als Desinteresse an Hochschulpolitik zu werten, sondern als politisches Statement: Wenn es weder etwas zu entscheiden gibt, noch eine inhaltliche Debatte zugelassen wird, warum sollen wir als Studierende dann das Theater auch noch mitspielen? Enthaltung durch Abwesenheit erscheint uns da als legitimes Signal, denn Demokratie ist etwas anderes.

Aber trotz professoraler Zwangsmehrheit: Auf den Sitzungen, wo wirklich etwas zu entscheiden ist, oder wo zumindest Argumente vorgebracht werden können, da ist auch in Zukunft mit kritischer Opposition seitens der FSI´s zu rechnen. Aber zum bloßen Lächeln und Repräsentieren geben wir uns, im Gegensatz zu anderen Gruppen, nicht her.

Eine Kostprobe der Kritischen FSI-Arbeit im erweiterten AS findet ihr im Bericht über die Präsidentenwahl, ein Bild vom verkommenen Zustand der FU Demokratie zeigt eine Episode aus dem Streik 2003.

Philosophisches Symposium „Bildungsideale im Wandel“

Freitag, 23.03.07, um 16.00 in der Philosophischen Bibliothek – Institut für Philosophie der FU in der Habelschwerdter Allee 30, 14195 Berlin-Dahlem

Gemeinsame Pressemitteilung der Fachschaftsinitiative Philosophie und der studentischen Vertreter im Institutsrat Philosophie

Anläßlich der Auslagerung der Philosophischen Bibliothek lädt die Fachschaftsinitiative Philosophie herzlich ein zum Symposium „Bildungsideale im Wandel“.

Professoren und Studierende des Philosophischen Institutes werden darin Vorträge zur universitätspolitischen Entwicklung halten und anschließend gemeinsam diskutieren.

Schwerpunkte der Vorträge werden ein historischer Blick auf die bildungs- und wissenschaftspolitische Entwicklung sowie Beiträge zur Gegenwart um das Thema „Wohin treibt die deutsche Universität? Von wem wird sie getrieben?“ sein.

Ziel der Veranstaltung soll vor Allem sein, darauf hin zu weisen, daß die gegenwärtigen Einsparungen im Bildungssektor im Kontext des Rückbaus öffentlicher Infrastruktur insgesamt zu sehen sind und sich davon nicht trennen lassen. Ziel soll es nicht sein, daß Studierende in Zeiten angeblich knapper Kassen für alle öffentlichen Bereiche als privilegierte Gruppe nur für den Erhalt ihrer eigenen Privilegien eintreten.

Wenn Einsparungen als „Leistungssteigerung auf konsolidiertem wenngleich vom Volumen her niedrigeren Ausstattungsniveau“ bezeichnet werden, wie dies das Präsidium der Freien Universität tut, wird der Verschlechterung der Lehr- und Lernbedingungen eine positive Konnotation gegeben. Wie weit es möglich ist, mit solcherlei Formulierungen Sparmaßnahmen nicht nur umzusetzen, sondern auch affirmativ anzuerkennen, und wie darüber hinaus die ideologischen Ursachen des Sparzwanges an der Universität wie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen im Zuge des Sparens reproduziert werden, soll diskutiert werden.

Im Anschluss an die Diskussion gibt es warmes Essen und Getränke. Den Abschluss des Abends bildet eine Jazzband.

Einladung und Text zur Auslagerung der Philosophischen Bibliothek: Bildungsideale im Wandel