Herr Lenzen, wo bleiben unsere Juniorprofessoren?

am Mittwoch, 17.10. um 14 Uhr wird es bei uns am JFK-Institut für Nordamerikastudien eine Informationsveranstaltung geben:

Eine ungewöhnliche Medien-Aufmerksamkeit wurde dem JFK-Institut für Nordamerikastudien jüngst zu Teil: „Zu links und kritisch für Nordamerika – Lehnt die FU einen politisch unliebsamen Juniorprofessor ab?“ und „Linke Nummer an der FU Berlin – Hick Hack um Juniorprofessur“ titelten die Berliner Zeitung und Spiegel Online. Der AStA der FU kritisiert in diesem Zusammenhang eine zunehmende Entdemokratisierung der Hochschule und eine „Anmaßung von immer mehr Kompetenzen durch das Präsidium“. Seltsame Uniwelt: Das große Warten auf den Juniorprofessor stellte das Jugendmagazin JETZT verwundert fest. Wir, die Fachschaftsinitiative (FSI) Students‘ Board des JFKI, fragen uns: Was ist da los? Und vor allem: Wo bleiben unsere Juniorprofessoren? Deswegen suchen wir das Gespräch mit dem Uni-Präsidium, dem vermeintlich „unliebsamen Juniorprofessor“ Scharenberg und Euch! Kommt und informiert euch, denn es geht um die Lehre an unserem Institut!

Eingeladen sind:
Prof. Dieter Lenzen (FU-Präsident)
Prof. Ursula Lehmkuhl (Erste FU-Vizepräsidentin)
Dr. Albert Scharenberg
und alle Lehrenden & Studierenden!

Das Ganze wird am JFK-Institut für Nordamerikastudien (Lansstr.7-9, Raum 340) stattfinden.

In dieser Info-Veranstaltung soll es nicht nur um das JFKI gehen, sondern um die gesamte Berufungspraxis an der FU. Über zahlreiches Erscheinen freuen wir uns!

Hintergrund zu: Herr Lenzen, wo bleiben unsere Juniorprofessoren?

Als einziger Bereich der gesamten FU hat das JFKI im Oktober 2006 eine eigene Förderzusage aus dem bundesweiten Exzellenz-Topf bekommen und eröffnet dieses Semester die „Graduate School of North American Studies“. Schon Monate vor der Zusage, seit Januar 2006, wurde der Graduiertenschul-Antrag unserer ProfessorInnen und damit das JFKI sehr wichtig für das Präsidium: Ohne Graduierten-Schule auch keine Chance auf Beförderung zur so genannten Elite-Universität. In diesem Zusammenhang sagte das Präsidium dem JFKI sechs neue Juniorprofessuren zu. Umgehend wurden die zugesagten Stellen ausgeschrieben, die Berufungskommissionen gebildet, die Auswahlverfahren nahmen ihren Lauf und die Kommissionen arbeiteten unter Hochdruck – um endlich Lücken zu schließen und den (Lehr-) Anforderungen von zwei neuen Studiengängen (Bachelor und Master) gerecht zu werden. Doch immer noch, mehr als eineinhalb Jahre später – und zugleich kurz vor der endgültigen Entscheidung in der zweiten Exzellenz-Runde am 19. Oktober – sind zwei der Stellen nicht besetzt. Davon betroffen: die Abteilung Politik. Dort fehlen die zwei dringend benötigten Juniorprofessoren. Einen dieser offenen Posten hätte Dr. Albert Scharenberg bekommen können. Für die Juniorprofessur der Politik Nordamerikas setzte ihn die entsprechende Kommission auf den ersten Platz der Vorschlagsliste. Diese basiert neben dem Urteil der Kommission auch auf zwei externen Gutachten. Außerdem bestätigten der Fachbereichsrat Politik- und Sozialwissenschaften sowie der JFK-Institutsrat diesen Vorschlag mittlerweile jeweils zwei Mal. Alle Beteiligten waren sich sicher, den besten der Bewerber ausgewählt zu haben – hatte er doch an der FU „summa cum laude“ promoviert und waren seine zahlreichen Lehrveranstaltungen am JFKI und OSI bei den Studierenden sehr beliebt. Alles schien perfekt, doch das FU-Präsidium war offenbar anderer Meinung. Es setzte sich über das Urteil der eigenen und der externen Fachleute auf dem Gebiet sowie über die Beschlüsse der beiden Gremien hinweg, lehnte den erstplazierten Kandidaten Scharenberg kategorisch ab und leitete die Liste nicht, wie im Landeshochschulgesetz vorgeschrieben, an den zuständigen Wissenschaftssenator Zöllner weiter. Offizielle Begründung: Der Kandidat sei zu alt (42) und angeblich nicht hinreichend qualifiziert. Nun fragen wir uns, warum der Uni-Präsident Lenzen so handelt. Haben – wie Spiegel Online, Berliner Zeitung und Jetzt.de berichten – politische Beweggründe zu der Entscheidung geführt? Ist der Kandidat dem wirtschaftsnahen Präsidium „zu links und kritisch“? Und ist dieser konkrete Fall gar Ausdruck der fortschreitenden Entdemokratisierung und der Missachtung gesetzlich festgeschriebener Entscheidungsprozesse an der Universität? Wir wollen Antworten auf unsere Fragen und wir wollen endlich unsere Juniorprofessoren für eine wirklich exzellente Lehre! Deswegen suchen wir das Gespräch mit dem Präsidium, Dr. Scharenberg und Euch!

Die Fachschaftsinitiative Students’ Board des John-F.-Kennedy-Instituts

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2 Gedanken zu “Herr Lenzen, wo bleiben unsere Juniorprofessoren?

  1. Pingback: Argumente des Präsidiums widerlegt, Verdacht politisch-motivierten Handelns erhärtet « die fachschaftsinitiativen

  2. Pingback: Neues in “Fall Scharenberg” « die fachschaftsinitiativen

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