Eklat im Akademischen Senat der FU

Das Präsidium der Freien Universität hat seinem Ruf wieder alle Ehre gemacht. In der Sitzung des Akademischen Senats am Mittwoch, dem 28.5.08, hat es, wie hier angekündigt, nach Monaten des Hinhaltens die Neuwahl der Mitglieder der Kommission für Lehre (KfL) auf die Tagesordnung des AS gesetzt.

Dabei behielt es sich jedoch vor, selbst zu bestimmen, welche Studierenden für die Kommission benannt werden sollten, und hatte den AS-Mitgliedern überraschend eine andere Liste von Studierenden der Einladung beigefügt, als sie die AS-Studierenden-Vertretung vorgeschlagen hatte.

In der AS-Sitzung begründete das Präsidium dies so: Es müsse ein gemeinsamer, ein Konsensvorschlag der AS-Studierenden-Vertretung und des Präsidiums für die zu wählenden studentischen Mitglieder der KfL vorliegen – ein doppeltes Vorschlagsrecht, dessen rechtliche Grundlage uneindeutig ist, jedoch laut Rechtsamt-Leiter Lange (des obersten FU-Rechtsberaters) auf einen AS-Beschluß von 1999 zurück gehe und rechtlich nicht zu beanstanden sei. Diese Problematik ist in oben genanntem KfL-Bericht bereits angesprochen.

Dieses so angenommene „doppelte Benennungsrecht“ hatte nun zur Folge, daß die Studierenden-Vertretung einen (Gesamt-) Vorschlag unterbreitet hatte, das Präsidium jedoch einen anderen Gesamt-Vorschlag, in dem auch Studierende aufgeführt waren, die nicht mit der Studierendenvertretung Rücksprache gehalten hatten, sondern direkt vom Präsidium angesprochen oder diesem empfohlen worden sein mußten. Drei von der AS-Studierenden-Vertretung vorgeschlagene Studierende wurden vom Präsidium mit der Begründung gestrichen, sie hätten keinen Lebenslauf an das Präsidium eingesandt.

Als vierter Student wurde Mathias Bartelt vom Präsidium abgelehnt, der zwar seinen Lebenslauf eingesandt hatte, jedoch bei Vizepräsidentin Keitel-Kreidt, wie sie offen und öffentlich in der AS-Sitzung bekannte, vehement auf Ablehnung stoße. Sie begründete dies AS-öffentlich damit, daß er den Studienerfolgsbericht veröffentlicht hätte (siehe dazu auch hier die Berichterstattung auf FUwatch: „Advent, Advent, die Lehre brennt“ und „Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne“.), Magister-Student sei, falsche Berichte über die Sitzungen der KfL veröffentlicht hätte und sie als Vorsitzende der KfL ihn bisher nie konstruktiv an den Studienordnungen habe mit arbeiten, sondern die KfL nur für allgemeinpolitische Diskussionen missbrauchen sehen.

Dies hatte erst ein Mal Erheiterung im (diese Sitzung gut besuchten studentischen) Publikum zur Folge. Als die AS-Studierenden-Vertretung dennoch an Bartelt fest hielt, ging Keitel-Kreidt noch weiter: Sie könne und wolle mit ihm nicht arbeiten, es sei so keine Arbeit der KfL möglich und sie würde der KfL nicht weiter vorsitzen, falls er dennoch zum studentischen KfL-Mitglied gewählt würde. Es folgte weiteres Gelächter, jedoch auch eine zunehmend unruhige Stimmung im AS. Schließlich werden nicht oft in solcher Weise Personen oder bestimmte Studierende im AS diskreditiert.

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