Rasenmäherprinzip und Zulassungsstop?

FU-Präsident Dieter Lenzen spielt auf Stärke. Zugleich setzte er in einer „Dringlichkeitssitzung“ darauf, mit „konzertierten Maßnahmen“ in der Berliner Öffentlichkeit einschneidende Szenarien im Falle ausbleibender Mittel an die Wand zu malen. Der Berliner Senat solle dafür in politische Haft genommen werden.

Ungeahnt mutige Aussagen wie „Wir sind stark!“ hört man seit Neuestem von FU-Präsident Dieter Lenzen. Auch in der von ihm einberufenen „dringenden“ Informationsrunde am vergangenen Montag fielen erneut derlei Sätze. Gegenstand der Runde war, wie in der Einladung formuliert und inzwischen auch hier berichtet, die Information „… über den Stand bei den Hochschulvertragsverhandlungen und den sich daraus möglicherweise ergebenden Konsequenzen für die Universität und Ihre Verantwortungsbereiche.“ Was nun am Montag so dringlich war, ergibt sich darüber hinaus nicht nur aus dem Inhalt des etwa einstündigen Treffens und den so dargestellten Notfall-Szenarien einer „Querkürzung“ durch alle Fachbereiche oder eines Zulassungsstops. Sondern auch daraus, wer im Wesentlichen anwesend war. Dies war neben Lenzen, der 1. FU-Vizepräsidentin Ursula Lehmkuhl und FU-Kanzler Peter Lange scheinbar und wenig überraschend vor Allem die Leitungsebene der FU: Dekanatsmitglieder und Verwaltungsleiter/innen der Fachbereiche.

Seltsame Einladungspraxis

Aus den Fachbereichen anwesend waren der neue WiWiss-Dekan Michael Kleinaltenkamp, der PolSoz-Verwaltungsleiter Detlef Brose, Bio-, Chemie- und Pharmazie-Verwaltungsleiterin Anja Flender, Jura-Studiendekan Andreas Fijal, der PhilGeist-Verwaltungsleiter Matthias Dannenberg und einige weitere Personen. Darunter Nicole Eschner als Stellvertreterin der Zentralen Frauenbeauftragten der FU (erklärbar aus dem nach BerlHG nahezu umfassenden Informations- und Beteiligungsrecht der Frauenbeauftragten) und der Stellvertretende Geschäfte führende Direktor des Geschichtswissenschaftlichen Instituts der FU Paul Nolte. Die wenigsten von ihnen jedoch schienen Mitglieder des aktiven FU-Kuratoriums zu sein. Von Andreas Fijal und Paul Nolte abgesehen, die zugleich alte und neue Mitglieder des Akademischen Senats der FU (AS) sind, handelte es sich wesentlich nicht um AS-Mitglieder, die eingeladen (die alte und neue studentische AS-Vertreterin Sarah Walz bspw. hatte keine Einladung erhalten) oder anwesend waren.

Informelle Runde der „Entscheidungsträger“

Es war eine informelle Runde, in der nicht bekundet wurde, als welches „Gremium“ man sich hier treffe. Obwohl zusätzlich der Verteiler der Mitglieder des FU-Kuratoriums hinzu gezogen worden war, war es nicht als Kuratoriumssitzung deklariert. Es gab keine Tagesordnung, keine Geschäftsordnung und es war nicht deklariert als eine der üblichen, nicht-öffentlichen Dekane-, Studiendekane- oder Verwaltungsleiterkonferenzen mit Mitgliedern des FU-Präsidiums.

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