Programm im Histo-Café vom 03.03.-11.03.

Histo-Café bleibt! – Wochenprogramm von Mi., 03. März bis Do., 11. März

In dieser Woche gibt es nun auch Programm im Histocafé!

Trotz weiterhin bestehender akuter Räumungsgefahr befindet Raum A 111 sich noch immer in studentischer Selbstverwaltung. Damit das auch so bleibt, ist es auch in den nächsten Tagen und Wochen nötig,dass möglichst viele Leute vor Ort sind, um dieses Stück studentischer Infrastruktur gemeinsam zu verteidigen. Damit das auch etwas Spaß macht, haben wir ein kleines Programm für euch vorbereitet. Es wird in den nächsten Tagen regelmäßig aktualisiert und erweitert. Also schaut am besten – wenn ihr das nicht sowieso schon tut – immer mal wieder auf unserem Blog vobei!
Wenn ihr selbst Lust habt, einen Workshop anzubieten, einen Vortrag zu halten, einen Film zu zeigen, ein besonders großartiges Spiel mitzubringen, dann schreibt uns einfach: wir freuen uns über eure Ideen!

Alle Veranstaltungen finden, wenn nicht anders angegeben, in den Räumen A 111 und A 112 am FMI, Kosterstr. 20 statt. Der Eintritt ist selbstverständlich frei. Wenn ihr selbst Speisen und Getränke mitbringt, wär das großartig – dann schleppen wir uns nicht zu Tode.

Mittwoch, 03. März 18 Uhr
Film: „L.A. Crash“ (USA 2004)

Anthony und Peter verlassen ein Café in einem der luxuriösen Vororte von Los Angeles. Sie philosophieren darüber, dass hier eigentlich sie als Schwarze Angst vor der weißen Bevölkerung haben müssten – und nicht umgekehrt. Doch dann kippt die Szenerie. Sie ziehen ihre Waffen und stehlen das Auto von Staatsanwalt Richard Cabot und dessen Frau Jean. Für Richard in mehrfacher Hinsicht ein Problem. Einerseits stehen demnächst Neuwahlen an und er möchte die Schwarze Bevölkerung nicht gegen sich aufbringen, andererseits ist seine ohnehin schon verängstigte Frau fortan vollkommen verstört. Daniel schiebt bei einem Schlüsseldienst eine Nachtschicht nach der anderen, damit seine kleine Tochter in einer der ruhigeren, aber eben auch teureren Gegenden aufwachsen kann. Der kleine Laden des Iraners Farhad wurde nun schon mehrfach überfallen. Um sich und seine Frau schützen zu können, schafft er sich, gegen den Willen seiner Tochter Dorri eine Schusswaffe an. Der Streifenpolizist Ryan findet nachts wegen seines schwerkranken Vaters keinen Schlaf mehr. Im Dienst überschreitet er regelmäßig die Grenzen. Vor den Augen des Schwarzen TV-Regisseurs Cameron betatscht er dessen Freundin Christine. Sein junger, ehrgeiziger Partner zeigt ihn daraufhin bei ihrem Vorgesetzten an. Und dann wären da noch Graham und Ria, die neben ihren persönlichen Problemen in einem Fall ermitteln, der sich schnell als überaus politisch entpuppt.
L.A. Crash ist ein Episodenfilm über Rassismus und Vorurteile, die in verschiedensten Spielarten die Konstante bilden, die alle Handlungsstränge miteinander verknüpft. Eindrucksvoll zeigt der Film, wie vielschichtig und vor allem widersprüchlich Identitäten konstruiert sind und welche Wirkmächtigkeit verschiedensten Rassismen auch heute noch innewohnt.

Donnerstag, 04. März 18 Uhr
Workshop: ‚Jeder denkende Jude wird Sozialist‘ – Werner Scholem und die Suche nach der Revolution – mit Ralf Hoffrogge

In diesem kurzen Workshop wird Ralf Hoffrogge, Doktorand an der Universität Potsdam, sein Promotionsprojekt zur Biographie des KPD-Politikers Werner Scholem (1895-1940) vorstellen. Werner Scholem entstammte einer bürgerlichen Berliner Familie, rebellierte schon früh gegen den autoritären Vater und entschied sich nach einer Zeit des Schwankens zwischen Zionismus und Sozialismus schließlich für die Arbeiterbewegung. In der Novemberrevolution Mitglied eines Hannoveraner Arbeiterrates ging er später zur KPD und wurde dort führendere Kopf des linken Flügels, bevor er 1925 wegen seiner Opposition gegen Stalin aus der Partei ausgeschlossen wurde. Nach dem Reichstagsbrand wurder er als angeblicher KPD-Spion verhaftet, verbrachte mehrere Monate in Schutzhaft und wurde dann trotz eines Freispruches des NS-Volksgerichtshofes für mehrere Jahre in verschiedenen KZs festgehalten. Im Juli 1940 wurde er im KZ Buchenwald von einem Wächter ermordet.
Scholems Biographie ist exemplarisch für viele gescheiterte Entwicklungen der deutschen Geschichte im 20ten Jahrhundert: der erste Weltkrieg, die gescheiterte Revolution 1918, die Autoritäre Wende in der KPD und schließlich das Versagen der Arbeiterbewegung vor dem Faschismus. Als „Ultralinker“ versuchte Scholem stets, den Gordischen Knoten der Geschichte auf revolutionärem Wege zu zerschlagen, scheiterte aber. Sein persönliches Scheitern ist gleichzeitig das Scheitern einer Bewegung, eine Geschichte, die für heute politisch Aktive einiges an Diskussionsstoff bietet.
Der Workshop besteht aus einem Kurzen Referat (30 Min.), danach ist Raum für Diskussion – sowohl inhaltlich, aber auch zu Fragen von Quellen und Methoden und zum geschichtswissenschaftlichen Arbeiten an sich.

Freitag, 05. März ab 14 Uhr
Film: „Shoa“ (F 1985)

Regisseur Claude Lanzmann verbrachte elf Jahre damit, sowohl Opfer als auch Täter_innen ausfindig zu machen und sie zum Reden zu bringen, ihnen Fragen zu stellen, mit denen sie nicht konfrontiert werden wollten: Wenn sich ehemalige Soldaten weigerten, vor der Kamera zu reden, dann filmte Lanzmann eben heimlich; wenn Menschen kurz davor waren, zusammenzubrechen und keine Fragen mehr beantworten konnten, dann fragte Lanzmann trotzdem.
Shoah erzählt die Geschichte des Mordes an den europäischen Juden und Jüdinnen , jedoch nicht abstrakt und chronologisch, sondern aus der konkreten Perspektive beteiligter Personen als gewaltiger Epos von Zeitzeug_innen-Interviews.
Wir zeigen den Film in kompletter Länge (540 min!), also bringt viel Zeit und vielleicht auch etwas Verpflegung mit. Natürlich könnt ihr gerne auch später dazustoßen.

Samstag, 06. März ab 18 Uhr
Film: „Harold and Maude“ (USA 1971)

Der 18-jährige Harold wohnt gemeinsam mit seiner wohlhabenden, oberflächlichen Mutter in einer Villa. Harold ist vom Tod fasziniert und kunstvoll insszenierte Selbstmorde stellen eines seiner liebsten Hobbys dar. Außerdem fühlt er sich zu Friedhöfen und Beerdigungen hingezogen. Bei diesen Besuchen begegnet er mehrmals Maude, einer 79-jährigen Frau, mit der er Freundschaft schließt. Maude ist ein Gegenpol zu Harold: unkonventionell, energisch, impulsiv und lebensfroh. Trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere fühlen Harold und Maude sich voneinander angezogen und verbringen immer mehr Zeit miteinander. Gleichzeitig versucht Harolds Mutter, ihn über eine Heiratsagentur mit jungen Frauen zu verkuppeln. Harolds Selbstmord-Inszenierungen vergraulen die Kandidatinnen jedoch ein ums andere Mal. Schließlich gesteht er seiner Mutter seine Liebe zu Maude und kündigt an, sie zu heiraten …

Sonntag, 07. März ab 18 Uhr
Film: „Transamerica“ (USA 2005)

Bree, eine konservative Trans-Frau, lebt in einem Armenviertel in Los Angeles. Sie hat zwei Jobs und spart jeden Cent, den sie verdient, für den letzten operativen Eingriff, der aus ihr endgültig auch äußerlich eine Frau machen soll. Doch nur wenige Tage davor erhält sie überraschend einen Anruf aus New York. Es ist Toby, ein in Jugendhaft einsitzender 17-jähriger Teenager, der seinen Vater sucht. Schnell wird Bree klar, dass sie durch eine einmalige Affäre, die sie in ihrer Jugend, damals noch als Stanley, hatte, einen Sohn in die Welt gesetzt hat. Bree will von dem Jungen nichts wissen, doch ihre Therapeutin verweigert ihr die Einwilligung zur Operation, solange sie sich nicht mit ihrem Sohn getroffen hat …

Montag, 08. März „Internationaler Frauentag“ab 18 Uhr
Workshop zu Frauen- Geschlechtergeschichte und dazu, warum es am Frauentag nicht ausschließlich um „Frauen“ geht …

(weitere Infos folgen)

im Anschluss
Film: „Football Under Cover“ (D 2005)
Der Dokumentarfilm zeigt, wie zum ersten Mal in der Geschichte der Islamischen Republik Iran die iranische Frauennationalmannschaft im eigenen Land in einem Stadion vor Zuschauerinnen spielt: ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl aus Berlin Kreuzberg. Im ersten Teil des Films werden die beiden Mannschaften, das Kreuzberger Fußball-Team BSV Al-Dersimspor und die iranische Frauennationalmannschaft vorgestellt, während der zweite Teil das Eintreffen der deutschen Mannschaft im Iran und das Zusammentreffen beider Teams porträtiert.

Dienstag, 09. März ab 18 Uhr
Workshop: „Theorie, Praxis und Utopie offener Räume“ mit Aktivist_innen der Villa-BEL-Initiative

Aus gegebenem Anlass möchten wir in Zusammenarbeit mit der Villa-BEL-Initiative nach einem Input über das Projekt „Zwille“ an der TU, gemeinsam darüber diskutieren, was offene Räume eigentlich sind, wie diese aussehen können und welche Probleme es auf dem Weg zu dieser Utopie gibt.

Mittwoch, 10. März ab 18 Uhr:
„Noche zapatista“

Was wäre das Histo-Café ohne seinen zapatistischen Fair-Trade-Kaffee? Was es mit der zapatistischen Bewegung genau auf sich hat, welche aktuellen Entwicklungen und Ereignisse es in Chiapas gibt und was das alles mit Autobahnen, Subcommandante Marcos und der Mexikanischen Revolution zu tun hat, wollen wir an diesem Abend gemeinsam herausfinden. Neben kurzen Inputs verschiedener Referent_innen werden wir gemeinsam Fotos und evtl. auch kürzere Dokus schauen und dabei natürlich genüßlich Kaffee schlürfen. Kommt vorbei!

Donnerstag, 11. März ab 21 Uhr:
Histo-Kino im „Bandito Rosso“ (Lottumstr. 10a)

Blog der FSI Geschichte

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