Perspektiven linker Gremienarbeit an der Freien Universität

Neben den Wahlen zum Studierendenparlament finden im Januar an der FU die Wahlen zu den akademischen Gremien (Akademischer Senat, Kuratorium, Fachbereichsräte und Institutsräte) statt. Die Fachschaftsinitiativen kandidieren an vielen Instituten auch für diese Gremien. Die Liste „Fachschaftsinitiativen/Offene Liste“, die erneut für den akademischen Senat kandidiert, ist eine gemeinsame Liste verschiedener Fachschaftsinitiativen, linker hochschulpolitischer Gruppen und engagierter Einzelpersonen im Umfeld des Arbeitskreis Hochschulpolitik.

Die Vertreter/innen der Liste machten in den letzten Jahren sehr gemischte Erfahrungen mit der Arbeit in diesem Gremium. Es ist dabei zum Teil gelungen den ein oder anderen linken Akzent zu setzten, die Linie des Präsidiums an einigen Punkten zu stören und Informationen zu gewinnen, die dann für politische Arbeit außerhalb der Gremien genutzt werden konnten (z.B. zu Campus Management). Die neoliberale Umstrukturierung der FU, die zunehmende Verschulung von Studiengängen und die Orientierung an der wirtschaftlichen Verwertbarkeit in der Forschung setzt sich jedoch weitgehend unbehindert fort.

Diese Erfahrungen knüpfen an eine Diskussion an, die angesichst der undemokratischen Mehrheitsverhältnisse in den Gremien (die Gruppe der ProfessorInnen hat immer die Mehrheit) seit langem unter aktiven Studierenden geführt wird: ist es überhaupt sinnvoll, das Studierende in diesen Gremien mitarbeiten? Die beiden Extrempositionen in dieser Debatte lassen sich grob wie folgt zusammenfassen:

a) Obwohl Studierende in den Gremien in der Minderheit sind, können sie dennoch Entscheidungen beeinflussen und so beispielsweise zur verbesserung der Studiensituation beitgragen.

b) Die Mitarbeit von Studierenden in den Gremien dient letztendlich nur der Legitimation undemokratischer Strukturen.

Zwischen diesen Extrempositionen bewegt sich die Liste Fachschaftsinitiativen / Offene Liste und versucht nach folgendem Selbstverständnis linke Positionen im Akademischen Senat zu vertreten und Informationen an Basisinitiativen weiterzugeben:

  • Konsequenter Eintritt für eine Öffnung der Universität, Widerstand gegen jede Form von Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen und besondere Auswahlverfahren.
  • Eintritt für eine breite und vielfältige Universität, gegen die Konzentration zu sog. Clustern und gegen den Aufbau von Elitezentren.
  • Eintritt gegen die Kommerzialisierung der Bildung und gegen die Marktwirtschaftliche Leitung der Universität. Gegen das Outsourcing von Universitätsaufgaben an private Unternehmen und gegen den kommerziellen Export von Studiengängen.
  • Eintritt für unkomplizierte und studierendenfreundliche Studienordnungen, die einen selbstbestimmten Lernprozess ermöglichen und die die Lebens- und Arbeitsrealität der Studierenden berücksichtigen. Gegen die Einengung von Wahlmöglichkeiten und die Zunahme von Zwangsveranstaltungen und Anwesenheitskontrollen. Gegen repressive Elemente wie Maluspunkte und Zwangsexmatrikulation.
  • Eintritt für selbstorganisierte Lernprozesse, wie sie z.B. bis zur Abschaffung des Projekttutorienprogramms institutionalisiert waren.
  • Für informationelle Selbsbestimmung. Gegen HisPos-Chipkarten und ähniche digitale Kontrollsysteme, gegen verschärfte An- und Abmeldesysteme in den Studiengängen und gegen Rasterfahndung an der Uni.

Für einen freien Informationsfluss und linke Hochschulpolitik – Fachschaftsinitiativen / Offenen Liste in den akademischen Senat wählen!

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3 Gedanken zu “Perspektiven linker Gremienarbeit an der Freien Universität

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